Visionen

Es ist Donnerstag morgen gegen 8.00 Uhr. Ich sitze in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Gedankenversunken erinnere ich mich, dass ich gestern das erste Mal seit Jahren wieder in eine Schwimmhalle gehen wollte. Leider fiel dieses Ereignis aus, weil mir mein freier Tag gestrichen wurde. Nun ja, es gibt Schlimmeres.

Seit einigen Wochen geht mir eine wunderschöne Vision, die ich an einem Sonntag morgen unter der Dusche gehabt habe, nicht mehr aus meinem Kopf.

Strohfeuer?

Ich dachte erst, es ist wieder eine von diesen Schnellschuss Ideen, die einem durchs Gehirn fegen und ein Feuer entfachen. Nach spätestens drei Tagen glimmen sie nur noch vor sich hin, wenn überhaupt.

Aber diesmal ist es anders. Seit die ersten Gedanken dazu aufgetaucht sind, kommen täglich neue Gedanken hinzu. Das geht sogar so weit, dass ich ganz freiwillig angefangen habe, alles aufzuschreiben was mir in den Sinn kommt. Weil ich es sonst wieder vergesse. Die Ideen schießen kreuz und quer durch meinen Kopf und passen nicht mal immer zusammen.

Seit kurzem habe ich immer ein kleines Notizbuch mit Stift bei mir. Manchmal tippe ich auch schnell was ins Handy, wenn das Heft nicht zur Hand ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles irgendwann einen Sinn ergibt auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht.  Deshalb wird erstmal alles aufgeschrieben.

Was einem alles einfällt…

Interessant zu beobachten, in welchen Situationen die Ideen kommen. So ist mir angesichts einer achtlos weggeworfenen Plastikschale mit Plastikbesteck, die Idee gekommen, dass von jedem eingenommenen Euro meiner Idee ein Teil in ein Umweltprojekt fließen wird. Das ist eine meiner absoluten Lebenswünsche. Sehr gerne wäre ich in diesem Moment über den ganzen Bahnsteig gehüpft, weil ich die Idee so großartig fand.

Vielleicht sollte ich das bei der nächster Gelegenheit einfach mal machen. Egal wo man gerade ist, steht oder geht, den Gefühlen einfach mal Ausdruck verleihen. Wenn ich mal wieder aus meiner Komfortzone raus will wäre das eine mögliche Challenge und nebenbei kann man sich an den Reaktionen seiner Mitmenschen erfreuen.

Abgeschnitten…

Aber zurück zu meinem Donnerstagmorgen. Ich habe meine Lieblingsmusik (Walgesänge) auf den Ohren und schaue dabei aus der Bahn. Ich liebe es, dabei zuzusehen wie die Welt da draußen an mir vorbeizieht. Ich träume von Ozeanen und Meeren und davon wie es wäre, ein Teil davon zu sein. Und dann passiert es.

Plötzlich wird mir sehr schmerzlich bewusst, wie weit weg ich von „da draußen“ bin, wie abgeschnitten von allem.

Ich bin nur noch ein Besucher, ein stiller Beobachter aus der Ferne, der vergessen hat, wie es ist, ein Teil der Natur zu sein. Sie zu fühlen, zu riechen, zu hören, zu begreifen. Sie zu verstehen, habe ich verlernt.  Alles in diesem Moment zieht mich nach „da draußen“. Es tut fast weh, alle Zellen in mir senden eine tiefe Sehnsucht aus, die körperlich spürbar ist.

Freier Blick…

Es fühlt sich an, als ob ich für einen kurzen Moment keinen Schleier mehr vor den Augen habe und der Blick frei ist auf etwas ganz Fantastisches und zugleich vollkommen Natürliches. Meine Gedanken sind in solchen Momenten absolut glasklar. Wie immer in solchen Augenblicken muss ich mir eine Träne verkneifen, weil es mich so berührt.

Es ist als ob ganz tief vergrabene Urgedanken für einen Moment ins Bewusstsein an die Oberfläche kommen und mich daran erinnern, dass wir alle untrennbar mit der Natur verbunden sind.

Nichts liegt mir ferner, mich jetzt für die nächsten 9 Stunden in ein geschlossenes Büro zu setzten und dieses Geschenk namens Natur wieder nur von drinnen zu betrachten. Wie gerne wäre ich jetzt da draußen unterwegs. Einfach frei sein, die Welt betrachten, wann, wo und wie lange ich will.

Wie gerne wäre ich jetzt irgendwo auf dem Wasser und könnte den Wind fühlen, der durch meine Haare fegt. Die Wellen beobachten, die sich kräuseln, den salzigen Duft des Wassers tief einatmen, die Seevögel beobachten, die uns begleiten und mit ganz viel Glück sogar Delfine oder Wale sehen. Bei diesen Gedanken läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken und ich bekomme Gänsehaut.

Immer diese Ideen…

Das bringt mich wieder zu meiner schönen, noch ganz kleinen, süßen Idee zurück.  Seit Wochen geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie hat ganz viel mit dem eben geschilderten Bild zu tun. Es geht um Unterwasser-Meditationen, nur für Frauen. Es sollen wunderbare, inspirierende Erlebnisse werden, in der die Frauen im Mittelpunkt stehen und etwas nur für sich tun.

Den wir Frauen vergessen uns ganz gerne mal vor lauter Alltag um uns herum.

Viele tolle Ideen dazu habe ich bereits und ich bin selbst gespannt, wie das Bild einmal aussehen wird. Die Ideen strömen mir nur so zu, ich muss mich nicht anstrengen, mir welche auszudenken. Sie kommen von ganz allein. Es ist als ob irgendwo eine Tür aufgegangen ist und offen bleiben will. Und genau das möchte ich herausfinden.

Ich möchte wissen, was es ist, was mich anzieht wie ein Magnet.

Ich schreibe plötzlich seitenlange Artikel obwohl ich nie ein großer Schreibfan war.  Viele Tauchvideos und Unterwasserfilme habe ich in der letzten Zeit angesehen. So viele wie noch nie in meinem ganzen Leben.

Und ich liebe es. Stundenlang kann ich zuschauen, nie werden sie mir langweilig, und das obwohl ich noch nie Tauchen war und mit Fischen bisher nichts am Hut hatte. Ich stelle mir immer vor wie es ist, da unten zu sein in dieser Parallelwelt. Sie zu entdecken, zu begreifen und zu verstehen und seine Bewohner zu beobachten. Ich habe schlicht keine Ahnung, was mich immer wieder in diese Richtung zieht.

Das Herz ist schuld…

Ich vermute mein Herz hinter all dem. Seiner Intuition schenke ich in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit und das scheint es wahrzunehmen. So laut wie es in diesem Fall ruft habe ich es schon lange nicht mehr rufen gehört.

Vielleicht sollten wir nicht immer alles mit dem Verstand versuchen zu erklären.

Vielleicht sollten wir öfter unserem Herzen zuhören und ihm vertrauen. Es scheint sehr genau zu wissen, was gut für seinen Menschen ist, auch wenn der es selbst nicht immer erkennt. Ich werde meinem Herzen aufmerksam weiter zuhören, was es zu sagen hat, denn ich bin neugierig geworden und möchte mehr erfahren.

Du bist dran…

Versuche es auch einmal. Was wünscht du dir wirklich im Leben. Was ist dir wirklich wichtig für dich. An welcher Stelle drückt vielleicht der eine oder andere Schuh? Liebst du dein Leben aufrichtig, so wie es ist oder machst du dauernd Kompromisse? Bist du glücklich mir dir und deinem Leben oder fühlt es sich eher schwer an?

Ein bisschen Mut und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber gehören schon dazu, sich diese Fragen zu beantworten. Du hast jedoch einen Verbündeten an deiner Seite. Dein Herz. Es kann dir auf all die Fragen Antworten geben und es belügt dich nie.

Hab keine Angst vor den Antworten, du kannst nur gewinnen. Wenn du weißt was du wirklich willst im Leben, dann kannst du es in genau diese Richtung lenken. Schritt für Schritt.

Ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit.

Vision ist die Kunst, Unsichtbares zu sehen.
Jonathan Swift

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