In 5 Minuten um die Welt

In unserer super schnellen Turbo-Welt, in der alles mit atemberaubender Geschwindigkeit geschieht und eine Veränderung die nächste jagt bleibt, fürs Träumen keine Zeit. Wir hetzen von einem Termin zum nächsten und sind nie richtig bei der Sachen. In Gedanken sind wir schon bei der nächsten Aufgabe und am Abend ausgelaugt und müde.

Wir haben niemals Zeit

Selbst an den Wochenenden oder im Urlaub kommen wir nicht zur Ruhe, weil es noch so viel zu erledigen gibt. Unsere selbst auferlegten ToDo-Listen lassen es nicht zu. Die wollen erledigt und abgehakt werden, sonst fühlen wir uns schlecht. Nachts schlafen wir schlecht, weil uns dieser ständige Druck bis in unseren Schlaf hinein verfolgt und wir selbst dann nicht richtig abschalten können. Unser Unterbewusstsein gibt sein Bestes und versucht all das zu verarbeiten, was wir manchmal als wirre Träume wahrnehmen.

Dieser ewige Kreislauf, in dem wir alle so oft stecken, lässt sich durchbrechen. Und zwar viel einfacher, als wir denken. Es ist sogar so simpel und easy, dass wir es nicht wahrnehmen. Wir kommen schlicht nicht drauf, weil es uns zu leicht erscheint. Noch dazu braucht es wenige Sekunde oder Minuten, kostet absolut nichts und ist überall und zu jeder Tageszeit realisierbar.

Boxenstopp

Gemeint sind Tagträume. Für mich sind das nicht nur irgendwelche Hirngespinste oder die Flucht vor der Realität. Wir brauchen in unserem Alltag ab und zu einen kurzen Boxenstopp. Einen, in dem wir innehalten, uns zurücklehnen, die Augen schließen, durchatmen und wieder Energie tanken können. Wir sind keine Maschinen, die ununterbrochen laufen können. Wir sind menschliche Wesen mit Träumen und Wünschen, egal, wie voll unser ToDo Listen auch sind. Oft reichen schon 5 Minuten aus, in denen wir ganz bei uns sind und uns daran erinnern, dass wir mehr sind als nur unsere Jobs, unsere Verpflichtungen und unsere Aufgaben.

Atme mal wieder

Schon ein langer bewusster Blick aus dem Fenster, weg vom PC, hoch am Himmel die Wolken beobachten kann für manche von uns eine kleine Auszeit bedeuten. Oder man verlässt für ein paar Minuten seinen Arbeitsplatz in der Pause und geht raus an die frische Luft. Am besten ohne Handy, um bewusst ein paar Mal tief ein und auszuatmen. Wieder andere brauchen Bewegung oder absolute Ruhe oder einen neuen Kaffee oder Tee. Es gibt so viele kleine Dinge, die jeder für sich im Alltag tun kann. Mein Favorit sind die Tagträume. Aus diesen ziehe ich immer wieder neue Kraft und Energie. Es dauert keine 5 Minuten, in denen ich in meinen Gedanken an jeden Ort der Welt reisen kann. Oder ich erlebe ein spannendes Abenteuer, klettere an einer Steilwand hoch, oder fahre mit einer knallroten Vespa durch alte Dörfer im Süden Europas.

Am liebsten jedoch träume ich mich ans Meer. Dafür habe ich einen absoluten Lieblingstagtraum, der vielleicht irgendwann Realität wird. Ich möchte euch gern mitnehmen auf diese kleine Reise. Zusammen machen wir Halt, lehnen uns zurück und genießen die Aussicht.

Mein Lieblings-Tagtraum:

Schon immer liebe ich die See. Wie so viele Menschen werde auch ich magisch von ihr angezogen. Egal, ob im oder auf dem Wasser, für mich ist es eine absolute Energiequelle, die meine Akkus innerhalb kürzester Zeit wieder auflädt.

Gerade sehe ich mir Orte am Meer im Internet an, an denen ich in der Zukunft vielleicht sogar leben könnte. Darüber habe ich schon oft nachgedacht.

Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als jeden Morgen aufzuwachen und das Meer zu sehen.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als den Wind in meinen Haaren zu spüren, den Sand unter meinen Füssen zu fühlen und diese großartige Luft tief einzuatmen.

Allein der Gedanke daran fühlt sich nach purem Leben an.

Warum also nicht mal schauen, welche Möglichkeiten es gibt, um diesen Traum in der Zukunft erfüllen zu können.

In meinen Träumen sehe ich immer wieder ein kleines hübsches Haus am Wasser, entweder direkt am Strand oder auf einer höher gelegenen Klippe oder einem Felsvorsprung. Es steht am Rande einer kleinen alten Fischerstadt, welche bisher vom Tourismus weitgehend verschont geblieben ist. Einige hundert Meter weiter gibt es eine schöne alte Seebrücke, die weit ins Wasser ragt. An der angeschlossenen kleinen Promenade gibt es alles was man braucht. Einen kleinen Bäcker, einen Supermarkt, eine Arztpraxis, eine alte Gärtnerei und ein Restaurant mit einem gemütlichen Café.

Unser Haus ist weiß gestrichen und hat blaue Fensterläden, die Farbe blättert an manchen Stellen ab, was das Haus gemütlich und romantischer wirken lässt. Es hat ein für diese Gegend so typisches Schilfdach.

An der Fassade ranken sich wunderschöne Rosenstöcke bis zum Dach empor und hüllen es in einen weichen Mantel aus grünen Blättern und roten Blüten.

Alles in diesem Haus ist weit und offen. Es gibt eine kleine offene Küche, verbunden mit einem behaglichen Wohnraum, von dem man aus direkt in den Garten gehen kann. Alles ist in gemütlichen hellen und warmen Tönen gehalten. Nichts ist überladen oder vollgestellt. An den Wänden hängen wenige, liebevoll ausgesuchte Bilder.

Ein alter Kamin spendet im Winter Wärme und Licht. Ein kleines kuscheliges Schlafzimmer mit Blick zum Meer befindet sich direkt unter dem Dach, welches nur über eine breite Leiter erreichbar ist. Ein Bad mit einer alten nostalgischen Badewanne mit Füssen und einer Dusche machen das kleine Glück perfekt.

Die Seite zum Wasser hin ist mit bodentiefen Fenstern versehen, so dass nichts den Blick auf das herrliche Meer versperrt.

Es gibt einen kleinen Garten hinter dem Haus, in dem alte hohe Bäume Schatten spenden. Überall wachsen saftige Kräuter unter alten Obstbäumen. Dazwischen wächst überall üppiges Gras und lädt zum Liegen und Träumen ein. Ausschweifende Büsche, die im Sommer blühen sind überall verteilt.

Eine dicke träge Mieze rekelt sich in der Sonne und scheint völlig unbeeindruckt von der Welt zu sein.

Das ständige Rauschen und Wogen der Wellen sind wie eine leise sanfte Musik, die nie aufhört zu spielen.

Die langen weißen Vorhänge an den offenen Fenstern wiegen sich zusammen mit dem Wind in einem ganz eigenen Rhythmus vor und zurück.

Es sieht aus, als ob sie miteinander tanzen.

Die Sonne spiegelt sich auf der Weite der Wasseroberfläche wider. Das Wasser sieht aus wie flüssiges Gold und glitzert unendlich schön. Der Anblick ist atemberaubend und lässt mich immer wieder die Schönheit dieser Erde bewundern.

Niemals kann ich mich daran satt sehen.

In der Ferne sind große Frachter und kleinere Fischerboote zu sehen. Sie wirken wie kleine Spielzeugboote auf den unendlichen Weiten des Meeres.

Möwen ziehen majestätisch ihre Kreise am Himmel. Sie beherrschen das Element Luft völlig mühelos, wie kaum ein anderer. Sie sind wahre Flugmeister, die sogar Stürmen trotzen können.

Ich liebe diese großen prächtigen eleganten Vögel und schaue ihnen so gerne zu.

Im Frühjahr und Sommer laufe ich jeden Morgen am Strand entlang und kann mein Glück kaum fassen, an so einem wunderschönen Ort zu leben. Ich beobachte die Wellen, wate durchs Wasser und hänge meinen Gedanken nach.

Im Herbst beginnen die Stürme, eine ganz besonders schöne Zeit. Alles wird intensiver und mächtiger. Die Wellen werden größer und stärker und werden vom Wind brutal an den Strand gepeitscht oder brechen mit unbändiger Wucht an der Seebrücke. Die Gischt spritzt hoch hinaus und bedeckt alles unter sich. Ein fantastisches Naturschauspiel, welches den Menschen klein und unbedeutend erscheinen lässt. Die Natur lässt ihre Muskeln spielen und weißt die Menschen in ihre Schranken.

Der Winter verwandelt diesen Ort in einen magischen Platz. Der Strand wirkt wie verzaubert, wenn frischer Schnee gefallen ist, der im Mondschein glitzert. Stürme, Eis und Kälte haben das Land fest im Griff. Die Luft ist glasklar und schneidend kalt. Dennoch liebe ich es draußen zu sein und das Meer zu beobachten. Im Winter verändern sich die Farben des Wassers, die Luft riecht anders, der Himmel erscheint anders. Für mich hat der Winter eine ganz besondere Atmosphäre.

In unserem kleine Häuschen ist es warm und gemütlich zu dieser Zeit. Überall brennen Kerzen und der Kamin knistert leise vor sich hin. Egal, wie kalt, stürmisch oder erbarmungslos es da draußen ist, hier drin ist die Welt in Ordnung und ich kann mich am Anblick der rauen Natur erfreuen.

Egal zu welcher Jahreszeit ich hier am Meer bin.  Immer vergesse ich all meine Sorgen und Probleme und fühle mich wie befreit. Alles fällt von mir ab, egal wie viele Gedanken ich mir über etwas vorher gemacht habe. Es ist als ob das Meer eine heilende Wirkung auf mich hat. Es entzieht mir einfach alles Negative und lässt mich vollkommen klar werden. Alles wird relativ, nichts ist mehr wirklich von Bedeutung. Ich fühle nur noch diese unendliche Erleichterung da zu sein, zu atmen, zu fühlen und pures Glück zu empfinden.

Ich bin sehr gespannt wohin meine Reise noch geht, denn eins ist ganz sicher. Eines Tages lebe ich am Meer.

Ich wünsche dir nach dieser kleine Auszeit einen wunderschönen Tag.

Nichts bringt uns auf unserem Weg besser voran als eine Pause.

Elizabeth Barrett Browning

2 Kommentare

  1. Ohhh, wie wunderbar Du da einen Teppich aus Worten und Bildern für uns gewebt hast. Das ist eine so wertvolle Gabe — alle die Deine kleine Träumerei lesen durften
    konnten Dich begleiten und riechen und fühlen wie sich ihr Tag verändert hat in diesen kurzen Momenten. Jeder Mensch hat eine besondere Gabe – Dir gehört die magische Gabe Träume zu „erschreiben“ – – – mach weiter und warte bei Deinem
    nächsten Tagträum im Dorf auf dem Markt auf mich :O) wir sollten unbedingt die wunderbare Tart de Nonna (Torte von Oma) probieren sie ist köstlich und hat keine einzige Kalorie.
    Liebe Grüße
    Monika

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